Tag 8 11.9. Von Monumenten und viel Platz

Wir packen schnell unsere Sachen an unserem Schlafplatz direkt an der Straße zusammen und machen uns ohne Frühstück direkt auf zu einem Denkmal dass wir noch besichtigen wollen. Die Dimensionen sind atemberaubend, der Weg bis zum Denkmal geht durch eine Parkanlage, die ansich bereits schon recht groß ist. Der Weg zur Statue führt durch eine Art Tunnel in einen kreisrunden Bau in dessen Mitte eine riesige Hand aus Beton eine Fackel hält die brennt. Zwei Soldaten „bewachen“ diesen Raum. An den Wänden ist eine Liste von Soldaten, die im Kampf um diesen strategisch wichtigen Hügel gefallen sind. Über eine Art Wendel am äußeren Rand gelangt man eine Ebene höher. Dort am Fuße des Hügels führt ein Weg zur Statue hoch. Die Statue stellt eine aus Beton gefertigte Frauengestalt dar, ein Schwert in der Hand haltend. Sowohl Größe, als auch der Ausdruck in den Augen sind beeindruckend und lassen sogar die Freiheitsstatue in New York im Schatten stehen. Der tonnenschwere Betonmantel scheint federleicht im Wind zu wehen. Wir wandern hinauf und sehen uns auf dem Rückweg noch eine Kirche direkt nebem dem Hügel an. Zurück am Auto frühstücken wir erstmal. Aufsatteln, los gehts. Wir wollen heute etwas südlich vom Astrakhan im Wolgadelta übernachten. Der Weg aus Wolgograd hinaus zieht sich, fast 50 Kilometer stehen auf dem Tacho als wir das erste mal richtig Gas geben können. Es ist relativ wenig Verkehr auf der Straße, so können wir gut Gas geben und kommen ordentlich voran. Mittlerweile fällt der Landschaftswechsel deutlich auf. Zogen bei unserer Ankunft in Russland noch Nadelwälder und Seen an uns vorbei, so befinden wir uns jetzt in der Steppe. Wir halten an Straßenständen an und kaufen Gemüse und Fisch. Der Fischhändler will uns noch Kaviar andrehen, er öffnet die Plastikdose, nimmt den Innenrand des Deckels als „Kelle“ und lässt und davon abschlecken, worauf er den Deckel wieder zu macht. Wenn er das bei allen Kunden so macht…? Wir kaufen mal keinen. In Astrachan angekommen halten wir an einem Supermarkt und kaufen noch Brot, Bier und Wodka. Leider reicht das Geld nicht mehr für einen Luftballon für den Andi. 

Bei der Abfahrt vom Supermarkt geraten wir noch in eine Polizeikontrolle – Wegen eines Verkehrsdelikts. Wir wären auch sehr enttäuscht gewesen in Russland nicht kontrolliert zu werden. Unser „Verbrechen“ wurde per Video festgehalten und uns vorgespielt. Der jüngere Polizist knüpft sich unsere Ausweise vor und wir erklären ihm anhand unserer Landkarte im Fenster wohin wir wollen. Und nun? Der ältere Polizist sitzt noch im Auto und fertigt den Delinquenten vor uns ab. Als ihm schließlich der jüngere Bericht erstattet versucht er einen ernsten Gesichtsausdruck zu machen, kann aber sein Kichern auch durch den hochgezogenen Kragen nicht ganz verbergen. Nach einer weiteren Wartezeit zur Machtdemonstration wirft uns der ältere Polizist die Pässe mit einem aufgesetzt grimmigen Blick auf die Motorhaube und sagt noch „good luck“, wir fahren weiter. Unser Vergehen bestand übrigens im Überfahren einer doppelt durchgezogenen Linie. 

Auf den letzten Kilometern ins Wolgadelta bricht bei Steff und Stonis Auto „Pasta Fettucini“ die Leistung immer wieder weg, bis gar kein Fahren mehr möglich ist. Wir schleppen das Auto noch 6 km ins Wolgadelta und suchen uns einen Schlafplatz am Strand. Der Platz hätte so schön sein können, mit weniger streuenden Hunden und Müll, aber ok, mal sehen wie es morgen weitergeht unser Grenzübertritt nach Kasachstan wird wohl verschoben werden müssen.