Tag 6 9.9.

Irgendwas ist anders als sonst. Achja, wir liegen nicht in unseren Autos sondern im Hotel. Da es erst ab 8.30 Uhr Frühstück gibt, wollen wir uns um diese Zeit im Gang treffen und gemeinsam los. Um Punkt 8 Uhr klopft es an der Tür von Christoph und Andis Zimmer. Wer mag das sein? Der Rest des Teams steht vor der Tür und möchte los zu Frühstück. Hähh? Es gab unklarheiten mit den Zeitzonen und so wurde, im Zweifel für den Hunger, auf 9 Uhr gestimmt…
An der Rezeption versuchen wir noch eine Art Bestätigung für unsere Registrierung zu bekommen, haben aber gewisse Verständigungsprobleme. Ein freundlicher Pole der auch Gast im Hotel ist, hilft uns ein bisschen. Er meint, da ja ja Polen auch geografisch zwischen Russland und Deutschland liegt, müsse er ja vermitteln.

Offensichtlich verstehen wir trotzdem manches nicht richtig, und so werden wir, einmal ums Haus, zum Frühstücksraum geführt. Dort gibt es verschiedenstes zum Essen: Wurst im Teigmantel, Linsen mit Ei, Gelberübensalat, süßes Gebäck mit Schmand. Zu unserer Überraschung mussten wir das Frühstück noch extra bezahlen. Allerdings Kostete das ganze für uns nur umgerechnet etwa 2,50 Euro. Wir haben uns den Vormittag „fahrfrei“ genommen und schauen uns die Stadt an. Als erstes sehen wir uns die Kirche an, die eine der größten Russlands sein soll. Die Höhe sowie auch die Verzierungen sind beeindruckend. Leider dürfen wir keine Bilder in der Kirche machen. Wir sind noch weiter durch die Stadt gelaufen auf der Suche nach Postkarten, es waren allerdings keine zu finden. Es scheint nicht so üblich zu sein Postkarten zu versenden, da es zunehmend schwieriger wird welche zu finden.

Bevor wir richtig losfahren gehts noch zu einem Supermarkt der besonderen großen Sorte. Allein das Wodkaregal hat eine Länge von etwa 15 Metern. Mit den Hochregalen wirkt das ganze wie eine Mischung aus Ikea, Großmarkt und Wal-Mart. Wir decken uns mit Leckereien ein, die wir später unterwegs verzehren wollen ein. Aufsatteln, es geht los! Unser Tagesziel ist „irgendwo wo vor Volgograd“ wir fahren also, vorbei an riesigen Feldern über Voronzeh erst nach Osten, dann immer nach Süden. Nachmittags fahren wir von der großen Straße ab in eine kleine Ortschaft und halten direkt vor der neu gebauten Kirche. Brotzeit ist die beste Zeit! Wir machen ums über unsere Einkäufe (Dosenfisch, diverse Brotaufstriche / Salate, Essiggurken, Brot, Meerettichsenf und Fleischpflanzerl) her. Wir fahren weiter und machen nur noch einen kurzen Besprechungsstop an einer Tankstelle. Bei Scubo und Feixers Auto klackert etwas, wir können aber eh nichts dagegen tun und fahren deshalb weiter. Bei Novoanninskiy finden wir auf den zweiten Versuch im dunklen einen Sandstrand am Fluss. Der Weg dorthin ist sehr holprig und hat tiefe Schlaglöcher, damit wir schonmal wissen wie das geht sitzt Stef und Domis Auto gleich mal kurz auf. Erster Einsatz also für unseren Unterbodenschutz.

Es ist erst kurz vor Acht, aber bereits stockfinster. Wir nutzen den langen Abend um gemütlich Abendzuessen und um unsere Biervorräte zu dezimieren. Am Ende sitzen wir unter dem russischen Sternenhimmel 200 km vor Volgograd (ehem. Stalingrad) friedlich auf unseren Autos, erzählen Geschichten vom Opa und leeren 2 Flaschen Vodka. Zugegebenermaßen war die Wodkaverteilung über die Teammitglieder nicht ganz gleichmäßig, aber im Rallyemittel gleicht sich das sicher noch aus 😉