Tag 5 8.9.

Heute zwar mit Sonnenschein, aber statt See nur ein Kiesplatz. Tagesziel ist Woronesch, das sind 850km Strecke. Wir Frühstücken also nur kurz, bewundern nebenbei alte Fahrzeuge auf dem Parkplatz und starten gegen 9.15 los. Die Straßen sind nun etwas abwechslungsreicher, aber immer noch nicht richtig spannend. Da wir häufig durch Ortschaften kommen, sinkt unsere Durchschnittsgeschwindigkeit. Oft hängen wir lange hinter LKWs bis sich uns eine Gelegenheit zum überholen bietet. Die russischen Fahrer sind hier etwas kreativer beim Überholen wie wir. Da werden schonmal aus zwei Spuren plötzlich 4 um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden. Manchmal entstehen auch ohne offensichtlichen Grund Staus. Der spannendste Grund für heute: Ein LKW ist auf der Straße liegen geblieben, und wird direkt auf der Spur vom Fahrer selbst repariert. An einer Kreuzung werden wir von der Polizei herausgewunken. Der Polizist will nur kurz von Christoph im ersten Auto den Pass sehen, schaut die anderen Autos von aussen an und wir dürfen weiterfahren.Eigentlich schon am Nachmittag halten wir bei Bryansk bei einem Monument. In dem Imbiss werden wir nachdem wir uns setzen von der freundlichen Wirtin erstmal aufgefordert unsere Hände zu waschen. Ja, Mama. Schauen wir wirklich schon so dreckig aus? Wir bekommen viel Schaschlik mit Pommes und natürlich Borschtsch. Danach besichtigen wir das Monument auf der anderen Straßenseite und sind begeistert davon, dass wir auf Anhieb über die vierspurige Straße gehen können, und das bei erlaubten 90Kmh an der Stelle, also echte. 110. Alle Fahrzeuge halten brav am Zebrastreifen. Wow. Wie viele weitere Monumente die wir sehen ist auch dieses dem „großen vaterländischen Krieg“, also dem zweiten Weltkrieg gewidmet. Interessant ist, dass die meisten Fahrzeuge im vorbeifahren das Monument mit einem Hupen anscheinend „grüßen“.

Aufsatteln, weiter gehts! Wir fahren weiter und weiter an riesigen Feldern und immer weniger Wald vorbei. Die Landschaft wird etwas hügeliger. Bereits in der Dämmerung halten wir an einem der vielen Stände direkt an der Straße und kaufen eine 12kg schwere Melone. Mjam. Wir müssen leider einsehen, dass unser Tagesziel Voronesch nicht mehr sinnvoll erreichbar ist, und entscheiden nur noch bis Yelets zu fahren. Dort soll es laut Reiseführer eine sehr schöne und große Kirche geben die wir besichtigen wollen. Wir kommen gegen 21 Uhr an und suchen uns ein Hotel ums uns registrieren zu lassen. Schnell ist eines gefunden, das uns zusagt: Relativ neu, günstig und im Stadtzentrum mit eigenem Parkplatz. Das Hotel ist sehr einfach, aber geräumig und schön. Es gibt zwar kein Internet, aber bei umgerechnet 11 Euro pro Nacht wollen wir mal nicht so sein. Jeder geht schnell Duschen und wir machen uns noch auf den Weg in die Stadt. Huuuuuuuunger! Es ist ja auch schon halb elf, aber wir müssen erst noch zur Bank. Dort werden wir von einem Passanten nach einer Zigarette gefragt. Im Tausch gegen die Information wo wir um diese Zeit noch was zu futtern bekommen bekommt er natürlich eine Zigarette. Anscheinden sind selbst gedrehte in Russland unüblich, denn der Passant fragt uns, ob das schon auch wirklich nur Tabak ist… An einem kleinem Ständchen kaufen wir fast alles essbare das es um die Zeit noch gibt. Andi geht schonmal ins Hotel und kümmert sich noch um die Bilder, der Rest geht noch eine halbe Stunde durch die Stadt.