Tag 20 23.9.

Haben wir gestern Abend noch die warme Unterkunft im Homestay in Karakul genossen, war die darauf folgende Nacht eher ungemütlich für uns alle. Keiner von uns hat wirklich gut geschlafen, die Meisten hatten ziemliche Kopfschmerzen oder Übelkeit am nächsten Morgen. Besonders Stefan und Felix hat es da ziemlich erwischt. Um es überhaupt erträglich zu machen, musste Ibuprofen und Paracetamol herhalten. Willkommen auf 4000 hm… Nach einem ausgedehnten Frühstück war es schon ein bisschen besser, aber Stefan war immer noch komplett am Sand. Nichts desto Trotz müssen wir weiter und verabschieden uns von unserer unglaublich netten Gastfamilie und schenken den kleinen Mädls noch ein paar Haarspangen vom Scubo und der kleinste Nachwuchs wird noch mit einem Kuscheltier von Stonis Schwester überrascht. Ein Kinderlachen am Morgen hilft schon über manch schlimme Nacht hinweg.

Gleich nach der Abfahrt hieß es dann aber auch schon wieder „Stop“. Wir hatten ja noch eine Wegaufgabe zu erledigen. Wir sollten in einem See über 3000 hm bis zum Hals baden gehen. Nachdem 2/3 unseres Team ausgefallen sind, blieb die Aufgabe am Scubo und Stoni hängen. Allein der Weg zum See erwies sich schon als Tortur. Wir mussten barfuß durch einen knietiefen Tümpel waten und dabei das Eis auf der Oberfläche durchbrechen, was uns Schnitte an den Füßen und eingefrorene Zehen einbrachte noch bevor der See erreicht war. Danach raus aus den Klamotten (keine Hose, kein Problem) und rein mit Gebrüll (eher Gekreische 😛 ). Erstaunlicherweise war das Wasser mit einer Temperatur von circa 12 Grad relativ angenehm. Zum ausgiebigen Duschen hat es aber dann doch nicht gereicht. Nach einer kurzen Abtrockenphase dann aber doch lieber wieder schnell ins beheizte Auto. Auf zu unserm nächsten Ziel. Dem 4655 hm hohen Akbaytal Pass. Die Landschaft dahin und bis jetzt in gesamt Tajikistan ist dabei mit nur einem Wort zu beschreiben: „gewaltig!!!“ Weiter gehts auf meist halbwegs ordentliche Straßen. Kurz vor Murghab fehlt die Brücke, aber man kann gut durch den Bach queren. Die Grenzer bei der Einreise hatten uns gesagt wir müssten eines unserer vielen Dokumente in Murghab abgeben, damit es in den Computer eingegeben wird.

Wir fahren erstmal durch die Bezirkshauptstadt, die eher einem Dorf ähnelt, halten bei einer Bank und machen uns dann auf die Suche nach der Polizeistation. Die haben gerade Mittagspause, also nutzen wir die Zeit auch um Brotzeit zu machen. Später erklärt uns eine Polizistin, dass wir zum Zoll müssen, der etwas weiter runter die Straße ist. Die Autobesitzer wandern hin. Die Beamten schauen sich das Dokument an und wissen auch nicht so recht weiter, sagen aber wir müssen zum Terminal. Aha. Wir haben da zwar eine Ahnung wo das sein könnte, aber ein „zivil“ im Camouflage gekleideter Mann meinte wir sollen ihn mitnehmen, dann zeigt er uns den Weg. Da wir ja nur zwei Plätze pro Auto habe sitzt sich Domi aufs Autodach und los gehts. Nach einem knappen Kilometer überholt uns ein „dafeida“ Lada Samara und deutet uns stehen zu bleiben. Ein Mann steigt aus und fängt an zu schimpfen, will die Pässe sehen und redet was von Polizei. Der Zöllner auf dem Beifahrersitz schaltet sich ein und lässt sich die Dienstmarke zeigen. Danach geht es erhitzt auf tadschikisch weiter. Nach einer Weile dürfen wir weiterfahren, dem Polizist missfiel Domis etwas unsichere Sitzposition. Wir kommen am Terminal, einem umzäunten Kiesplatz mit Containern, an und steuern auf den ersten Container zu. Abgesperrt, zwei Männer in Uniform rufen uns aus ihrem Lada Niva zu. Wir zeigen ihnen das Dokument, wieder ratlosigkeit. Zur schrecklichen Düdelmusik aus dem Radio telefoniert einer der Beamten. Der zuständige kommt vorbei, wir sollen warten. Na dann machen wir das mal. Ein weiterer Niva braust vorbei, wendet und kommt dann zum Container. Yay der Mann kann Englisch und weiß etwas mit dem Zettel anzufangen. Die Fahrer folgen ihm in den Container, erstmal Satteliteninternet anwerfen, ins VPN einwählen, und er tippt die handgeschriebenen Formulare in den Rechner ein. Nachdem er die ganze Zeit nebenher telefoniert zieht sich die ganze Prozedur in die Länge, aber zum Schluss habe wir ihn, den Passierschein 38a, oder so. Jetzt noch tanken und einkaufen. Tanken funktioniert hier in Murghab etwas anders als anderswo: Wir fahren zur Tankstelle, also dem Dach mit dem kleinen Häuschen dahinter aus dem zwei Schläuche kommen. Dann sagen wir dem Mann am Haus wieviel wir wollen. Die gewünschte Menge wird dann aus dem Zapfhahn der direkt aus dem Tank kommt in 5l Wasserkanister gefüllt welche dann wiederum über einen Trichter mit Filter ins Auto gekippt werden. Wir durchlaufen die Prozedur für alle drei Autos und fahren dann noch schnell zum kleinen Basar um Wasser zu kaufen.

So, wir haben nun bereits über drei Stunden in Murghab verbracht, Zei loszukommen um noch ein paar Kilometer zu machen. Doch bereits einen Kilometer nach der Ortschaft kommt ein Kontrollposten und wir müssen Pässe und Visa abgeben und warten bis alles in ein Buch notiert wurde. Halb so schlimm, wir bekomme. etwas Honig aus einem riesigen Kübel direkt aufs Brot. Wir fahren an Alichur vorbei als es bereits dämmert und suchen uns kurz danach in der nähe des Sasykkul Sees ein Plätzchen. Es hat leider nur noch etwa 7 Grad und der starke Wind macht es noch viel kälter. Wir essen schnell einen Topf Reis mit Tomatensoße ala Domi. Danach verschwinden alle recht schnell ins warme und windfreie Auto. Gute Nacht!

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