Tag 19 22.9.

Brrrrrrr, die bisher kälteste Nacht, 4 Grad unter Null zeigt das Thermometer des Autos an. Das erklärt auch warum die Scheiben angefroren sind und das Dach voll Raureif ist. Wer sich allerdings traut die Tür aufzumachen wird mit einem Hammer Panorama belohnt. Die großen Schneebedeckten Berge, davor etwas kleinere und direkt vor uns eine riesige Weide mit einem klitzekleinem See. Also doch ein Grund aus den einigermaßen warmen Schlafsäcken raus in die Kälte zu gehen. So langsam geht auch die Sonne auf und wärmt uns die kalten Finger. Recht zügig geht es nun in Richtung Grenze. Der kirgisischen Ausreiseposten hat anscheinend noch nicht geöffnet, aber nach kurzer Zeit bequemen sich die Beamten aus den Federn (Und das wörtlich, wir erhaschen noch einen Blick in die Schlafkammern, denn für einen täglichen Arbeitsweg ist es hier definitiv zu abgelegen.) Die Formalitäten sind schnell erledigt, wir bezahlen noch eine „Umweltgebühr“ von 20 $ pro Auto, ohne Quittung versteht sich, und dann geht es erst mal ins Niemandsland. 20 km sind es bis zum tadschickischen Grenzposten wobei sich für diesen Straßenabschnitt wohl niemand zuständig fühlt. Zusätzlichen zu den schlechten Straßenverhältnissen ist die Fahrbahn plötzlich ganz weggebrochen und wir müssen über einen Wasserlauf drüber ausweichen.

Schließlich schaffen wir es zum tadschikischen Grenzposten (Kizil-Art). Hier beginnt der lustige Teil. Der Grenzposten besteht aus lauter kleinen Hütten und Blechcontainer, die Büro sowie Wohn- und Schlafraum in einem sind, einem größerem Gebäude, das sich gerade im Bau befindet (das wird später noch wichtig) und einem Volleyballfeld. Also los zum Postenlauf: 1. Stempel in Pass, 2. Über Preis und Währung für den Quarantänebeleg verhandeln, 3. Schuh und Reifendesinfektion, 4. Straßensteuer zahlen und Beleg erhalten. Da dies aber nur die drei Fahrzeugbesitzer betrifft steht der Rest rum, dreht Däumchen, erklärt dem Zoll beamten an Posten 5, dass sie nur Mitfahrer sind (no driva), während hingegen die Fahrer (driva) noch im Straßensteuerhäusschen sitzen. Sie sollen dann aber sofort zu Posten 5 kommen. Schließlich unterhalten sich die „no driva“ noch mit den Bauarbeitern und werden von ihnen zum Essen in deren Kabuff eingeladen (Quasi Posten 5,5) Auch die driva werden auf dem Weg von Posten 5 zu Posten 6 von den Bauarbeitern abgefangen und so sitzen wir alle in einem alten, Container auf dem Boden. Dann muss Posten 6 wohl noch warten. Der Lichtschalter funktioniert ganz einfach: zwei Drähte zusammenhakeln, und schon flackert ein Licht auf. Zum Essen gibt es salzigen Tee (mit Milch?) sowie wahlweise Butter oder Ziegenfett. Brot wird zerrupft und hineingeschmissen. Schmeckt so lala, aber als gute Gäste essen wir natürlich auf, auch wenn das denjenigen die schon länger sitzen nach der dritten Schüssel zunehmend schwer fällt. Wir bedanken uns noch mit Zigaretten und Bier und machen ihnen klar dass wir unser Auto nicht jetzt schon sondern erst in Dushanbe verkaufen wollen.

Nun geht es mit den Zollpapieren für die Fahrzeuge bei Posten 6 weiter, die nun jedoch seinerseits von einem kurzen Nachmittagsgebet unterbrochen werden. Außerdem müssen wir die Daten dann in Murgab noch elektronisch erfassen lassen, da es an der Grenze keinen Computer gibt. Doch nun Stunden später geht es weiter. Wir haben unsere letzte Grenze passiert! Doch die Freude währt nur kurz, weil nach ca einem km bei Felix und Scubos Auto die Antriebswelle raushüpft. Es handelt sich dabei jedoch um ein bekanntes Problem und den benötigten Sicherungsring haben wir dabei. Das wechseln auf knappen 4000 m Höhe in der prallen Sonne ist zwar lästig geht aber zügig vom statten. Schließlich schaffen wir es noch bis Karakul an den … See. Dort schlafen wir in einem „Homestay“, also bei einer Familie im Wohnzimmer. Es wird gleich für uns eingeheizt und Tee und Suppe gekocht. Wie gut das tut jetzt gut!

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