Tag 16 19.9.

Sieeeeben Uhr? Mann ich dachte wir machen Urlaub… Aber hilft halt nix gestern sind wir nicht so weit gekommen wie wir sollten und heute steht einiges auf dem Programm. Wir müssen Einkaufen, Scubos Auto waschen (er hat heute Geburtstag, das mindeste was als Geschenk sein muss), ein Mausoleum anschauen, Wegaufgaben erledigen und über die Grenze nach Kirgistan.

Beim Frühstück treffen wir nochmal die beiden Herren von der Rezeption gestern zum ratschen. Beim Losfahren entdecken wir im Hinterhof einen gammligen Fiat Panda mit Aufklebern. Der hat’s bei der Mongol-Rallye 2015 von London nicht bis zum Ziel geschafft. Zack, ein „Zipfelklatscha“ Aufkleber macht ihn schöner und uns glücklich. Während wir Vorräte für die kommende Durststrecke einkaufen, kämpft Stoni mal wieder für/gegen sein Auto, das alte Lied bei Stadtverkehr eben. Beim Autowäscher entdecken wir wieder die schöne Lackierung der Autos, Scubos glänzende Augen sind ein Bild für Götter. Gegen einen LiquiMoly Sticker gibts wieder vernünftigen Reifendruck beim Händler neben an…Unsere Bremsflüssigkeit, die wir zu viel durch die Gegend fahren, will er trotzdem nicht.

Mit quietschenden Reifen brennen wir nach Taraz und sehen uns Aisha Bibi an. Eine schöne Grabstätte mit netter Geschichte. Zum Glück nicht allzu groß und wir können schnell zum Mittagessen übergehen. Die Dekadenz greift um sich… wir genehmigen uns Kaviar auf dem Seitenstreifen. Postkarten hat der Souvenierladen am Mausoleum auch keine, aber auf dem Weg durch Taraz geht nochmal eine Post her. Das man Nummern ziehen muss kennen wir nur von der Führerscheinstelle. Da wird unser Parkplatz mitten auf der Straße mit Warnblinker kritisch lang.

Zur Grenze ist es nicht mehr weit und dort angekommen sind wir ungewollt wieder eine Attraktion, aber unsere Sachen bleiben zum Glück alle bei uns. Die meisten Leute können noch ein paar Wörter deutsch und wir freuen uns doch über die „Gespräche“ mit ihnen.

Die Grenzer selbst sind diesmal entspannt und wir kommen gut durch. Aber nach 100 m auf kirgisicher Seite ist wieder Schluss. Wegelagerer in Uniform winken uns raus und wollen irgendwas. Führerschein und Pass sind es schonmal nicht. „Money, Money!“… keine Ahnung was die wollen. Wir stellen uns blöd und labern mal auf deutsch drauf los. Zigaretten stellen sie nicht ruhig und nur mit Mühe und Zentralverriegelung räumen die uns nicht die Kiste aus. “ Souvenier, Souvenier“ will er, aber sorry…die Isomatte brauchen und das Bier brauchen wir halt selber. Am Ende tut’s ein Raumerfrischer mit orange auch.

Die Straße wir gleich schlecht und die Leute ärmer. Landmaschinen wie vor 100 Jahren und erstmal grußlose Menschen am Straßenrand empfangen uns. Die nächsten Pozilei Kontrollen sitzen wir einfach aus, falsch gemacht haben wir ja auch nichts. Auf dem ersten Pass kommen wir an einem sehr eindrucksvollen Stauwerk vorbei. Lenins Kopf und alte Kriegshelden an den Felshängen beobachten uns. Als sich das Tal öffnet gehen alle Köpfe zur Seite, das ist alles sehr unglaublich anzuschauen. Momentmal, wer fährt denn jetzt eigentlich? Die Dunkelheit kommt schnell übers Land und die Straße zwischen den Schlaglöchern überzeugt uns vom Anhalten. Abseits der Straße finden wir ein unbehelligtes Plätzchen und nach dem Essen dauert’s nicht lange bis wir im Bett sind. Unsere Ziele für den nächsten Tag sind Osh zu erreichen und das Team Grenzgänger zu treffen, nachdem wir uns in Astrachan schon verpasst haben.

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