Tag 14 17.9.

Der gestern Abend noch sehr starke Wind hat glücklicherweise nachgelassen, so dass wir gemütlich in der Sonne frühstücken und unsere Autos fertig einräumen können. Kurz bevor wir eigentlich los wollen kommen zwei Kasachen auf einem Motorrad mit Beiwagen vorbei. Das übliche „Germania, Maschina, Tajikistan“ nimmt seinen Lauf und wir erfahren, dass die beiden beim Fischen waren. Ehe wir viel sagen können, wechseln vier frischgefangene Fische ihren Besitzer. Sie trauen uns anscheinend nicht zu, dass wir die Fische ausnehmen können, also übernehmen sie das kurzerhand direkt auf dem Boden gleich für uns. Wir bedanken uns dafür mit Bier und einem Käppi sowie ein paar Zigaretten. Einer der kasachen holt aus einem Döschen einige kleine schwarze Kügelchen und schiebt sie sich unter die Unterlippe. Es sei irgendwas aus Usbekistan. Stefan is mutig und probiert und identifiziert es als eine Art trockener Snus. Scubo zeigt den Beiden gleich mal was Schnupftabak ist und er scheint ihnen zu taugen, deshalb bekommen sie ein kleines Döschen. Die beiden düsen mit ihrem Motorrad ab und wir verpacken den Fisch so gut es geht.Wir möchten gerne noch bis zum eigentlichen Aralsee fahren, doch laut Karte gibt es kaum Straßen die irgendwo dorthin führen. Wir finden eine, die auch ganz in Ordnung aussieht. Etwa 110 Kilometer einfach soll sie bis zu einem Staudamm führen. Die erste Hälfte ist irgendwas zwischen ganz ok und akzeptabel. Danach werden die Löcher so groß, dass man nur noch sehr sehr langsam vorankommen würde, wir entscheiden uns also schweren Herzens umzudrehen. In der kleinen Ortschaft ist wohl grade die Schule aus, wir schenken den Kindern einen Schwung Strohhüte. Wir sind neidisch auf Karl-Heinz Art zu Reisen, ohne Zeitstress und festes Ziel, aber schließlich ist das hier eine Rally, also go go go. (Wir sehen das ganze als „Teaser“ für die Länder. Also einen Vorgeschmack bekommen und vielleicht nochmal kommen).

Wir fahren ein Stück und halten an einem der vielen Parkplätze mit Rampe. Bei Rigatoni müssen die Schrauben des Unterfahrschutzes nachgezogen werden, außerdem wollen wir den Fisch gleich verarbeiten, da die Kühlung durch die Klimaanlage im Handschuhfach bestenfalls als suboptimal bezeichnet werden kann. Domi baut also den Gaskocher auf und brät die bereits gesalzenen Fischstücke in der Pfanne raus. Danach gibts noch Kaffe aus der Bialetti. Mittagessen auf höchstem Niveau!

Weiter gehts in Richtung Baikonur, wir wollen in die Stadt etwas einkaufen. Tja, Kontrollposten, man kommt nur mit Berechtigungskarte weiter, also schnell ein Foto machen und umdrehen in Richtung Kosmodrom. Auch hier kommt schnell ein Kontrollposten, wir fragen ob wir ein Foto machen dürfen. Wir dürfen solange wir nur das Gebäude fotografieren. Übrigens, der nächste Raketenstart wäre am 23. September. Leider zu spät um drauf zu warten. Danach machen wir uns gleich wieder auf den Weg, wir wollen ja noch bis Kyzylorda. Ein Polizeiauto nähert sich von hinten und wir werden rausgezogen, zu schnell gefahren. Also ratschen wir mit den Polizisten, zeigen ihnen unsere Route und Autos. Sie entdecken auf den Autos eine Unterschrift der russischen Polizei, also bekommen wir auch eine Unterschrift der kasachischen Polizei. Wir spendieren den beiden noch eine Zigarette, dann gehts weiter, ohne Strafe. Kurzer Tankstopp in Zhosaly und dann gehts in der Dämmerung weiter bis zu einem Truckstop kurz vor unserem Tagesziel. Yay, wlan.

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