Tag 13 16.9. Aral – Alles super

Statt Blasmusik gibt es heute den Soundtrack von „New Kids“ zum aufstehen. Erstmal gepflegt eskalieren und bissal dancen! Gute Stärkung ist heute wichtig, denn wir stecken eine 100m Bahn ab und messen die Zeit die jeder braucht. Nach 14 Tagen mit wenig Bewegung kommen natürlich lausige Zeiten raus. Der nächste Test wird dann irgendwo im Pamir gemacht, mal sehen wie was wir dann schaffen. Es kommt ein Kasache mit seinem Geländewagen vorbei und wir unterhalten uns kurz mit Händen und Füßen mit ihm. Für die Liqui Molly Cap und ein 111er bringt er uns wenige Minuten später kleine, weiße und harte Klumpen mit. Es scheint wohl getrocknete Ziegenmilch zu sein, geschmacklich gewöhnungsbedürftig, aber ein kleiner Bissen ist OK. Danach packeln wir fertig zusammen und fahren los. Die Straßenverhältnisse sind heute sehr gut. 

Nach einer Weile halten wir kurz am Straßenrand um ein paar Bilder zu machen. Feixer entdeckt etwas weiter vorne auf der anderen Straßenseite einen alten Magirus-Deutz mit Pfaffenhofener Kennzeichen. Der „Bayer im Exil“-Aufkleber passt nirgendwo auf der Welt besser als hier. Wir fahren rüber und lernen Karl-Heinz und Karli (sein Hund, groß wie ein Kalb) kennen. Er bereist seit 50 Jahren mit dem ausgebauten LKW die ganze Welt und kann uns ein paar Tips zu Sehenswürdigkeiten auf der Route geben. Ein unglaublicher Kerl und mit 70 Jahren immer noch unterwegs. Am liebsten würden wir sofort mit ihm ein Feuer machen und ewig den Geschichten aus aller Welt lauschen. Wir machen noch ein Foto mit ihm und fahren weiter, während er seine „Datscha auf vier Rädern“ repariert. Die Landschaft verändert sich langsam, es wird etwas hügeliger und trockner, die Straße immer besser. Hier vorschriftsmäßig mit 90 km/h dahin zu fahren klingt wie ein Albtraum, aber die Polizia sieht man ja zum Glück von Weitem… Gelegentlich steht trotzdem ein Rindviech, Pferd, Dromedar oder Karamel vor dir…easy Bremsen sind ja neu. In Aralsk füllen wir unsere Tanks und eiern weiter Richtung Aral See. 

Der angeschriebene Camping Platz ist natürlich nicht vorhanden, aber wir schauen mal wie weit die Straße fahrbar ist. Am Ende stehen wir in einem Teil des Aral Sees. Könnte von der Größe aber auch gut das Meer sein. Am Strand finden wir eine leere Flasche vom Hohentanner Bier, also sind wir an diesem schönen Ort nicht das erste Team…schade, dass wir die nicht mehr getroffen haben. Karl Heinz hat uns auch schon von einem Team erzählt, dass an ihm vorbei gekommen ist. Während dieser Blogeintrag entsteht, bauen die anderen das Abendessen zusammen. Danach gibts Feuer und Bett, also kann es grade nicht besser werden! Der Vollmond hängt riesig über der Steppe als wir ins Bett gehen. Aral, alles Super!