Tag 12 15.9.

Wir nehmen noch das Frühstücksbuffet im Hotel mit und starten zeitig los, weil wir heute einiges an Strecke machen wollen. Doch vorher versuchen wir noch unser Glück in Uralsk um eine Autohaftpflichtversicherung zu bekommen, da uns die 40 Gulden pro Auto an der Grenze etwas zu teuer vorkam. Die Adresse der Versicherungsgesellschaft befindet sich in einem heruntergekommenem Wohngebiet mit einer verwirrenden Mischung an dreispurigen Einbahnstraßen, Schlaglöchern und und Dreckstraßen. Zur Freude aller fängt es auch noch zu regnen an – Juhu Matschfahren. Die Adresse ist dann nach einigen Ortserkundungsfahrten gefunden, leider gab es kein Versicherungsbüro mehr, also muss es auch ohne gehen. Weiter geht es nach Aktöbe. Wir kommen erstaunlich gut vorwärts, die Straßen sind gut und statt 20 km/h Durschnittsgeschwindigkeit von gestern sind es nun um die 80. Dennoch ist umso mehr Vorsicht geboten, weil immer wieder wie aus dem Nichts ein tiefes Schlagloch oder eine Bodenwelle auftaucht. Bei Scubos und Feixer’s Auto (Zäpp ist jetzt eine S-Line) wird der Ölstand wieder weniger statt mehr und Steff und Stonis Auto ist auch einigermaßen brav. Es springt schlecht an und stottert, aber hält durch. Unser ursprüngliches Tagesziel Aktöbe erreichen wir bereits gegen 15 Uhr. Was gibt es wenn 6 Burschen hungrig einkaufen gehen? Richtig: Fleisch mit Fleischbeilage! Die restlichen Einkäufe sind natürlich auch maßlos übertrieben. Das Angebot lässt die Supermärkte in Gemania eher alt aussehen. Ganzer Lachs oder Stör gefällig? Auf dem Parkplatz sind wir schon eine Attraktion und wir treffen noch einen Kasachen, der mit uns was tauschen will. Gegen ein Käppi bekommen wir eine CD mit kasachischer Folklore – mit 100 Liedern…Generell sind die Menschen in Kasachstan viel freundlicher, offener und interessierter. Oft wird uns zugewunken und zugehupt und die Leute kommen zu uns ans an Auto.
Wir fahren noch ein kleines Stückchen (ca. 100 km) aus der Stadt heraus und suchen uns einen Schlafplatz. Der erste See wird vermutlich vom Abwasser des nahe gelegenen Tagebau gespeißt und überzeugt wenig. Der Punkt geht an ein gemütliches Plätzchen in einem kleinen relativ frisch angepflanzten Wald. Jetzt wird noch ausgiebig zu kasachischer Musik gegrillt und wir sitzen noch lange an unserem kleinen Lagerfeuer mitten im nirgendwo.