Tag 11 14.9.

Aufgewacht die Sonne lacht … halt, stop! Wir stehen heute ja schon früher auf, also erst Morgendämmerung und wir krabbeln aus den Autos, frühstücken und machen die Autos fertig. Getreu dem Motto „Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast“, beschließen wir auf der vermüllten aber ansich sehr schönen Wiese etwas aufzuräumen. Jeder von uns macht einen Müllsack voll und wir laden den Müll in die Autos. Jetzt gefällt uns die Wiese gleich besser, schade dass wir jetzt fahren. Beim nächsten Müllcontainer den wir finden, laden wir die Säcke ab. Wir wollen heute bis Oral / Uralsk. Ganz schön weit und unsicher ob wir die Strecke auch schaffen. Bei gleichen Verhältnissen wie gestern sicher nicht. Außerdem haben wir noch eine Wegaufgabe zu lösen, ein Foto am kaspischen Meer. Leider führt die Hauptstraße nähestens 10 Kilometer ans Meer ran, und in der Karte sind auch keine Wege direkt ans Wasser eingezeichnet. Wir versuchen einen der Sandwege zur Seite raus und landen an einem Friedhof, immer noch 6km weg vom Meer. Beim nächsten Versuch sieht die Straße besser aus, wird aber auf halber Strecke plötzlich deutlich sandiger… und wir bleiben stecken. Schieben funktioniert nicht, ein Reifen hat sich schon eingegraben und wir sitzen mit dem Unterfahrschutz auf. ( Danke nochmal an den Wuidl dafür, unbedingt nötig für Kasachstan, vielleicht über Export dahin nachdenken 😉
Also holen wir den Wagenheber, ein Brett zum unterlegen dafür und schaufeln so immer wieder mehr Sand unter den Reifen um wieder hochzukommen. Zum Schluss noch die Kofferraummatte zum unterlegen und Luft aus den Reifen für mehr Grip. Dann anschieben und mit Schwung raus, yeah geschafft! Das Meer ist aber immer noch zwei Kilometer weg, deshalb ist, während der Rest das Auto befreit hat, Stefan bei etwa 30 Grad zum Meer gejoggt und hat Fotos gemacht. Wir pumpen derweil mit dem 12 Euro „Hochleistungskompressor“ die Reifen wieder auf und wenden die Autos. Es ist mittlerweile fast 12 Uhr. Uralsk wird wohl eher nix werden, da die guten Phasen der Straße zwar länger werden, aber immer noch viele Löcher da sind. (Tagesschnitt bis hierher etwa 44kmh). Sowohl Dromedare, als auch Pferde, Ziegen und Kühe gibt es immer wieder in größerer Zahl, nicht nur neben, sondern auch auf der Straße. Auch der Sand- und Staubpegel im Auto steigt nun rapide an. In Atyrau tanken wir Sprit von einer „guten“ Tankstelle und fahren gleich weiter, denn es liegen immer noch 500km für heute vor uns. 

Die Straße ist bis auf sehr kurze Aussetzer wirklich gut und man kann auch tatsächlich die erlaubten 90 kmh fahren. Die Landschaft ist wenig abwechslungsreich: Steppe, Gasleitungen und Strommasten. Und trotzdem sind wir fasziniert von den riesigen Dimensionen und weiten. Die Steppe reicht in alle Richtungen bis zum Horizont. An einer Tankstelle auf halbem Weg halten wir kurz und verteilen Essen auf alle Autos, um direkt während dem Fahren zu essen. Keine Zeit verlieren, wir hoffen ein Hotel zu finden dass die Registrierung für uns übernimmt. Seit dem letzten Hotel in Yelets (Tag 6) gabs keine Dusche mehr, auch Bademöglichkeiten sind nicht mehr aufgetaucht. Glücklicherweise hält sich der Gestank von uns noch in Grenzen, aber das Bedürfnis nach Reinigung meldet sich dennoch immer lauter. Das erste Hotel hat keine Zimmer mehr frei, oder mag uns nicht. Also auf zum nächsten, es ist bereits kurz vor 10 Uhr Abends hier. Wir können hier bleiben, allerdings kann uns das Hotel nicht mit der Registrierung in Kasachstan helfen. Die freundliche Dame am Empfang fragt noch bei einem weiteren Hotel an, auch die machen das nicht… Den Gang zur Migrationspolizei wollten wir uns eigentlich sparen, da davon im Reiseführer abgeraten wird und es sehr lange dauern soll…