Tag 10 – 13.9.

Wir stehen direkt auf dem Parkplatz der echten VW Werkstatt und gehen pünktlich um 8 rein. Nach etwas Überzeugungsarbeit darf Zäpp in die Werkstatt. Der Servicmitarbeiter sieht das Auto und legt sich erstmal lieber eine Plastiktüte auf den Sitz. Danach verschwinden er und Scubo irgendwo in der Werkstatt. Stefan, Christoph und Andi gehen derweil in den Supermarkt und füllen die Vorräte wieder auf. Lehre des Tages: Man kann anscheinend morgens keinen Wodka kaufen. Na dann halt nicht. Auf einmal kommt ein alter roter Passat vorgefahren. Drin sitzt der Mechaniker und Scubo. Wir müssen also gebührend den Motor und das Fahrzeug bewundern und zu dem tollen Ding gratulieren. Dann düsen die beiden wieder ab in die Werkstatt. Die Diagnose lautet: Die Ventilschaftdichtung ist nicht mehr dicht. Das würde bedeuten auch die Zylinderkopfdichtung wechseln zu müssen. Da die Teile nirgendwo Verfügbar sind, gibt es keine Reparatur. Außerdem, die Werkstatt hatte natürlich ein Softing VHS ODB2 Stecker.
 Also starten wir gegen 13 Uhr in Astrachan los in Richtung kasachische Grenze. Schlange, Schranke, Grenze? Nein, da ist einen Pontonbrücke über einen der vielen kleinen Flüsse für die wir Maut bezahlen müssen. Auf dem Weg dorthin Treffen wir das Team Black Fox Racing. Nach kurzem ratschen fahren wir gemeinsam zur Grenze bei Караозек Die Grenzstation ist bedeutend kleiner als die bei der wir eingereist sind. Alles läuft etwas entspannter ab. Nach kurzer Wartezeit bringen wir mit jetzt 4 Autos die Ausreise schnell hinter uns. Dann kommt 10 Kilometer erst mal eine Art Niemandsland, in dem es aber durchaus Gebäude und Straßenkreuzungen gibt. Vor der Grenzbrücke steht nochmal ein russischer Beamte der prüft, ob sich die Zahl der Mitfahrer geändert hat. Am Ende der Brücke werden wir erstmal von einem großen Schlagloch begrüßt. Von zwei Grenzbeamten bekommen wir einen Laufzettel und die Migrationskarte. Wir fahren weiter und halten auf einem Parkplatz vor der Grenzstation und füllen unsere Zettel aus und stellen uns dann an der Schranke an. Uns kommt ein BMW mit deutschem Kennzeichen entgegen. Der Mann hält an und wir holen uns von ihm noch einige wertvolle Tips und Infos für Kasachstan. Er war gerade im Urlaub in der Mongolei und ist nun auf dem Rückweg. Die Grenzer schauen schon etwas komisch weil wir so lange quatschen. Das übliche Prozedere mit Passkontrolle und Überprüfung des Autos nimmt seinen lauf, geht aber sehr schnell vonstatten. Beim rausfahren aus der Grenze finden wir für eine Wegaufgabe tatsächlich noch einen Beamten der uns fünf Spieler des FC Bayern nennen kann. Nach der Grenze ignorieren wir die ganzen Geldwechselleute aktiv und machen uns nach einer Scheibe Brot auf den Weg.

 OK. das was jetzt kommt ist kaum als Straße zu bezeichnen. Löcher so tief, dass man den Reifen komplett drin versenken könnte, der Durchmesser reicht vom wenigen Zentimetern bis zu LKW Größe. Es geht also oft nur auf dem auch löchrigen Kiesstreifen neben Straße oder kurzzeitig auf Sandpisten in der Steppe besser voran. Das fahren im Sand macht Spaß ist aber auch nicht ganz ungefährlich, man weiß nie wo die Wege enden, ob Gegenverkehr kommt oder der Sand plötzlich tiefer wird. Das ganze geht bis zur nächsten größeren Ortschaft / Stadt (Ganyushkino) so, danach werden die guten Phasen etwas länger. Nachdem es schon langsam beginnt zu dämmern suchen wir uns etwa 85 Kilometer nach der Grenze ein Schlafplätzchen auf einer Wiese an einem Bach. Leider liegt hier viel Müll herum, die Kühe und Pferde haben auch einige Tretminen gelegt. Das ganze scheint ein beliebter Platz zu sein, es tauchen immer wieder Autos auf, die Leute ausladen die sich dann irgendwo rundrum ein gemütliches Plätzchen suchen. Der Sonnenuntergang über der Steppe ist sehr schön und wir nehmen uns Zeit das Schauspiel zungenießen. Wir kochen uns selbst auf den Gaskochern Reis mit sehr guter Soße. Dank an den Küchenchef Domi. Die anderen suchen derweil Feuerholz oder bauen die Autos um. Kaum brennt unser kleines Feuerchen, kommen auch schon ein paar kasachen vorbei. Wir unterhalten uns mit ihnen soweit es eben möglich ist. Wir erfahren, dass sie zum trinken rausfahren, da es wohl in der Öffentlichkeit nicht erlaubt ist (vorausgesetzt wir haben das richtig verstanden).

Nach einer weile brechen die Kasachen auf, sie müssen morgen Arbeiten und früh aufstehen. Wir bleiben noch ein bisschen Sitzen und legen uns dann auch schlafen.

PS: Blogartikel bei diesen Straßenverhältnissen zu tippen ist auch eine kleine Herausforderung… Backspace you are my friend.